Rentenlücke – So sicherst du deinen Lebensstandard im Alter

Die gesetzliche Rente reicht für die meisten Deutschen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Diese Differenz heißt Rentenlücke – und sie ist größer als viele denken.

Rentenniveau sinkt weiter: 2025 liegt das Rentenniveau bei ca. 48 % – bis 2040 wird ein Absinken auf unter 43 % prognostiziert. Wer heute 40 ist, bekommt im Rentenalter strukturell weniger als heutige Rentner.

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen deiner voraussichtlichen gesetzlichen Rente und dem Betrag, den du im Alter tatsächlich zum Leben benötigst. Als Faustformel gilt: Die meisten Menschen brauchen im Alter 70–80 % ihres letzten Nettogehalts.

Nettoeinkommen heuteBedarf im Alter (75 %)Ges. Rente (ca. 48 %)Rentenlücke
2.000 €1.500 €960 €−540 €/Monat
2.500 €1.875 €1.200 €−675 €/Monat
3.500 €2.625 €1.680 €−945 €/Monat
5.000 €3.750 €2.400 €−1.350 €/Monat

Wie viel Kapital brauchst du?

Nach der 4%-Entnahmeregel kannst du einem gut diversifizierten Depot jährlich 4 % entnehmen, ohne es langfristig aufzubrauchen. Das bedeutet: Für jeden Euro monatlicher Privatrente brauchst du 300 Euro Kapital.

Beispielrechnung: 675 €/Monat Rentenlücke

675 € × 12 Monate ÷ 4 % = 202.500 € Kapitalziel

Wie schließt man die Rentenlücke?

  1. Rentenlücke berechnen: Nutze unseren Rentenlücken-Rechner für deine persönliche Zahl.
  2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Immer zuerst ausschöpfen, wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss gibt.
  3. Altersvorsorgedepot (AVD): Bis 3.000 €/Jahr mit Sonderausgabenabzug gefördert – das neue Hauptinstrument ab 2026.
  4. Freier ETF-Sparplan: Für alles darüber hinaus – flexibel, kostengünstig, renditestark.

Häufige Fragen

Wie groß ist die durchschnittliche Rentenlücke in Deutschland?

Das Rentenniveau lag 2025 bei ca. 48 % des Durchschnittslohns. Bei einem Nettogehalt von 2.500 € wäre das eine gesetzliche Rente von ca. 1.200 €. Wenn du 80 % deines Nettogehalts im Alter benötigst (2.000 €), ergibt sich eine Rentenlücke von ca. 800 €/Monat – bzw. ca. 240.000 € Kapital, das du selbst aufbauen musst (4%-Entnahmeregel).

Wie schließt man die Rentenlücke am effizientesten?

Die effizienteste Kombination: 1. Altersvorsorgedepot bis 3.000 €/Jahr (Steuerförderung), 2. Freier ETF-Sparplan für den Rest. Wer Kinder hat, prüft zusätzlich die Kinderzulagen über Riester. Betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss sollte immer ausgeschöpft werden.

Wann sollte ich anfangen, die Rentenlücke zu schließen?

Sofort. Jedes Jahr früher halbiert rechnerisch den monatlichen Sparbedarf (grobe Faustregel für 10 Jahre Unterschied bei 7 % Rendite). Wer mit 30 statt mit 40 anfängt, muss für dasselbe Ziel etwa 45 % weniger monatlich sparen.

Was ist die 4%-Regel und wie hängt sie mit der Rentenlücke zusammen?

Die 4%-Regel besagt, dass man einem Depot jährlich 4 % entnehmen kann, ohne es langfristig aufzubrauchen (bei durchschnittlicher Marktrendite). Für 1.000 €/Monat Privatrente brauchst du demnach 300.000 € Kapital (1.000 × 12 / 0,04). Das ist der Kapitalzielwert für deine Rentenlücke.

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