Riester-Rente auflösen – Was kostet das wirklich?

Eine Riester-Kündigung ist in den meisten Fällen ein teures Unterfangen. Wir erklären, was zurückgezahlt werden muss – und welche Alternativen oft sinnvoller sind.

Wichtig: Eine Riester-Kündigung ist fast immer mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden. Prüfe zuerst die Alternativen (beitragsfreie Stellung, Übertragung auf anderen Anbieter oder ins AVD).

Was passiert bei einer Riester-Kündigung?

Bei der Kündigung eines Riester-Vertrags tritt die sogenannte schädliche Verwendung ein. Das bedeutet: Alle staatlichen Förderungen der vergangenen Jahre werden zurückgefordert und das ausgezahlte Kapital ist vollständig steuerpflichtig.

Was zurückgezahlt werden muss

Rechenbeispiel

Angenommen: 10 Jahre Riester, 175 € Grundzulage/Jahr, 300 € Kinderzulage/Jahr (1 Kind), Steuererstattung ø 400 €/Jahr:

PositionBetrag
Grundzulagen (10 × 175 €)−1.750 €
Kinderzulagen (10 × 300 €)−3.000 €
Steuererstattungen (10 × 400 €)−4.000 €
Abgeltungssteuer auf Erträge−je nach Vertrag
Mindest-Rückzahlung−8.750 €

Alternativen zur Kündigung

1. Beitragsfreie Stellung (empfohlen)

Du stellst den Vertrag auf „beitragsfrei": Keine weiteren Einzahlungen, kein Zulagenverlust auf bereits Erhaltenes. Das Kapital wächst weiter. Diese Option kostet dich nichts und ist fast immer besser als eine Kündigung.

2. Übertragung auf anderen Riester-Anbieter

Ist der aktuelle Vertrag zu teuer oder renditeschwach, kannst du ohne Förderverlust zu einem besseren Anbieter wechseln. Wie das geht, erklären wir hier →

3. Übertragung ins Altersvorsorgedepot (ab 2026)

Ab 2026 ist eine Übertragung in das neue Altersvorsorgedepot möglich – unter Beibehaltung der bereits erhaltenen Förderung. Mehr dazu hier →

Häufige Fragen

Was muss ich bei einer Riester-Kündigung zurückzahlen?

Alle staatlichen Zulagen (Grundzulage + Kinderzulagen) der vergangenen Jahre sowie die Steuererstattungen aus dem Sonderausgabenabzug müssen vollständig zurückgezahlt werden. Außerdem werden auf die Erträge Abgeltungssteuer fällig. In den meisten Fällen ist eine Kündigung daher finanziell nachteilig.

Wie lange dauert eine Riester-Kündigung?

Nach Eingang der schriftlichen Kündigung beim Anbieter dauert die vollständige Abwicklung in der Regel 4–8 Wochen. Der Anbieter informiert das Finanzamt automatisch über die rückabzuwickelnden Steuervorteile.

Kann ich den Riester-Vertrag beitragsfrei stellen statt kündigen?

Ja – eine beitragsfreie Stellung ist fast immer die bessere Alternative zur Kündigung. Du zahlst einfach nichts mehr ein, das bereits angesparte Kapital bleibt erhalten und wächst weiter. Du verlierst zwar künftige Zulagen, musst aber bereits erhaltene nicht zurückzahlen.

Gibt es Situationen, in denen eine Kündigung sinnvoll ist?

In seltenen Fällen kann eine Kündigung sinnvoll sein: wenn der Vertrag sehr teuer ist, kaum Rendite abwirft und die Rückzahlungssumme überschaubar ist, oder wenn man in eine finanzielle Notlage geraten ist. In diesen Fällen sollte man vorher einen unabhängigen Finanzberater konsultieren.

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