Entgeltumwandlung AG-Zuschuss ab 15 % Steuer- & Sozialersparnis

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die bAV ist die einzige Altersvorsorge, bei der dein Arbeitgeber gesetzlich zur Beteiligung verpflichtet ist. Richtig genutzt, kann sie eine der renditestarken Vorsorgeformen sein – aber sie hat auch Fallstricke.

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Wie funktioniert die Entgeltumwandlung?

Bei der Entgeltumwandlung – dem häufigsten bAV-Weg – verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts. Dieser Betrag fließt direkt (vor Steuer und Sozialabgaben) in das bAV-Produkt. Du zahlst damit weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben, weil dein steuerpflichtiges Bruttoeinkommen sinkt.

SteuersatzBeitrag 100 €SteuerersparnisSV-ErsparnisNettokosten
14 % 100 € 14 € 20 € 66 €
25 % 100 € 25 € 20 € 55 €
35 % 100 € 35 € 20 € 45 €
42 % 100 € 42 € 20 € 38 €

SV-Ersparnis ~20 % auf max. 303 €/Monat. Vereinfacht, ohne Kirchensteuer.

Der Arbeitgeberzuschuss – dein größter Hebel

Seit dem 1. Januar 2022 gilt: Wenn du per Entgeltumwandlung in eine bAV einzahlst, muss dein Arbeitgeber mindestens 15 % deines Beitrags als Zuschuss dazugeben. Viele zahlen freiwillig mehr – 20, 30 oder sogar 50 %. Je höher der AG-Zuschuss, desto attraktiver wird die bAV gegenüber einer privaten Anlage. Alles zum AG-Zuschuss →

Die Durchführungswege im Überblick

WegFlexibilitätKostenVerbreitung
DirektversicherungMittelMittel-hochAm häufigsten
PensionskasseGeringNiedrigHäufig
PensionsfondsHochNiedrigSelten
DirektzusageVariabelVariabelGroße Firmen
UnterstützungskasseVariabelVariabelSelten

Wann lohnt sich die bAV – und wann nicht?

✅ bAV lohnt sich wenn…

  • • AG gibt mehr als 15 % Zuschuss (z.B. 25–50 %)
  • • Hoher Grenzsteuersatz (30 %+) → hohe Steuerersparnis
  • • Günstiges bAV-Produkt (niedrige Verwaltungskosten)
  • • Lange verbleibende Berufsjahre (20+ Jahre)
  • • Rentenbesteuerung deutlich niedriger als heute

⚠️ Vorsicht bei…

  • • Nur 15 % AG-Zuschuss bei hohen Produktkosten
  • • Niedriger Grenzsteuersatz (unter 20 %)
  • • Kranken-/Pflegeversicherung auf bAV-Rente (volles KV-Beitrag)
  • • Niedrigere GRV-Rente durch geringere SV-Beiträge
  • • Kurze Restlaufzeit (unter 10 Jahre)
Doppelte KV-Beitragspflicht: bAV-Renten über 176,75 €/Monat (2025) unterliegen dem vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag (~18 %). Gesetzlich Versicherte zahlen damit deutlich mehr als auf private Renten (wo nur der halbe KV-Beitrag gilt).

bAV vs. AVD vs. ETF-Sparplan

KriteriumbAVAVDETF-Sparplan
Staatl. FörderungSteuer- + SV-ErsparnisSonderausgabenabzugKeine
AG-BeteiligungJa (≥ 15 %)NeinNein
KapitalbindungBis RenteneintrittBis 62 JahreKeine
Besteuerung Auszahlung100 % Einkommen80 % Einkommen26,375 % Abgelt.
KV auf LeistungVoll (GKV)NeinNein

Häufige Fragen

Was ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

Die bAV ist eine vom Arbeitgeber organisierte Form der Altersvorsorge. Der häufigste Weg ist die Entgeltumwandlung: Du verzichtest auf einen Teil deines Bruttogehalts, der direkt in ein bAV-Produkt (z.B. Direktversicherung, Pensionskasse) eingezahlt wird. Der Beitrag spart sofort Steuern und Sozialabgaben – und dein Arbeitgeber muss seit 2022 mindestens 15 % als Zuschuss beisteuern.

Wie viel Steuern spare ich durch die bAV?

Bei der Entgeltumwandlung reduzierst du dein zu versteuerndes Bruttogehalt. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 % und einem Beitrag von 100 €/Monat sparst du 35 € Steuern + ca. 20 € Sozialabgaben = 55 € Ersparnis. Dein Netto-Aufwand beträgt nur 45 €, obwohl 100 € (+ AG-Zuschuss) ins bAV fließen.

Was passiert mit der bAV in der Rente?

Die bAV-Leistungen werden in der Rentenphase als Einkommen vollständig versteuert (nachgelagerte Besteuerung). Außerdem fallen auf bAV-Renten über 176,75 €/Monat (2025) Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an – ein oft unterschätzter Nachteil gegenüber der privaten Altersvorsorge.

Wann lohnt sich die bAV wirklich?

Die bAV lohnt sich vor allem dann, wenn dein Arbeitgeber mehr als 15 % Zuschuss gibt (manche zahlen 20–50 %), du einen hohen Grenzsteuersatz hast (30 %+), und das bAV-Produkt günstige Verwaltungskosten hat. Bei niedrigem Einkommen (unter 14 % Steuersatz) und nur 15 % AG-Zuschuss kann ein ETF-Sparplan nach Steuern besser abschneiden.

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