bAV Arbeitgeberzuschuss – 15 % Pflicht und mehr
Seit 2022 muss dein Arbeitgeber mindestens 15 % als Zuschuss zur bAV beisteuern. Viele Arbeitgeber zahlen deutlich mehr – und das kann die bAV vom „naja"-Produkt zur besten Altersvorsorge machen.
Warum 15 % – und woher kommt das?
Wenn du Entgelt umwandelst, reduzierst du dein sozialversicherungspflichtiges Einkommen. Dein Arbeitgeber zahlt ebenfalls keine Sozialabgaben auf den umgewandelten Betrag – er spart also ~15 % Arbeitgeberanteil. Der Gesetzgeber verpflichtet ihn, diese Ersparnis als Zuschuss weiterzugeben. Das ist der Mindeststandard.
Was unterschiedliche Zuschusshöhen bedeuten
| AG-Zuschuss | AN-Beitrag | AG-Beitrag | Gesamt ins bAV | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| 15 % (Pflicht) | 100 € | 15 € | 115 € | ➖ Minimum |
| 20 % | 100 € | 20 € | 120 € | ✅ Gut |
| 30 % | 100 € | 30 € | 130 € | ✅ Sehr gut |
| 50 % | 100 € | 50 € | 150 € | 🌟 Excellent |
| 100 % | 100 € | 100 € | 200 € | 🚀 Top |
Beispiel: 100 €/Monat AN-Beitrag.
So verhandelst du einen höheren AG-Zuschuss
Ein höherer bAV-Zuschuss ist für Arbeitgeber oft attraktiver als eine Gehaltserhöhung, weil er selbst keine Sozialabgaben darauf zahlt (innerhalb der Freibeträge). Nutze das als Argument:
- Gehaltsverhandlung koppeln: „Statt einer Gehaltserhöhung von 200 € brutto – könnten wir 100 € ins Gehalt und 100 € als bAV-Zuschuss aufteilen?" Der Arbeitgeber spart dabei ~20 € Sozialabgaben.
- Tarifvertrag prüfen: Viele Tarife sehen bAV-Zuschüsse über 15 % vor. Prüfe deinen Arbeitsvertrag und Tarifvertrag.
- Wettbewerber vergleichen: In Branchen mit Fachkräftemangel (IT, Pflege, Ingenieure) sind 25–50 % AG-Zuschuss keine Seltenheit. Das ist ein Recruiting-Argument bei Bleibegesprächen.
- Bestehenden Vertrag prüfen: Seit 2025 müssen AG-Zuschüsse auch für Altverträge gelten. Falls dein Vertrag vor 2019 abgeschlossen wurde, überprüfe, ob du jetzt Anspruch auf 15 % hast.
Unverfallbarkeit: Wann gehört der AG-Zuschuss wirklich dir?
AG-Beiträge werden erst nach einer Unverfallbarkeitsfrist zu deinem Eigentum:
- Mindestens 3 Jahre Betriebszugehörigkeit nach der Zusage
- Mindestens 21 Jahre alt (für Zusagen ab 2018)
Eigene Beiträge (AN-Beiträge) sind immer sofort unverfallbar – die gehören dir ab dem ersten Monat. Beim Jobwechsel vor Ablauf der Frist können AG-Beiträge verfallen.
Häufige Fragen
Muss mein Arbeitgeber bei der bAV einen Zuschuss zahlen?
Ja – seit dem 1. Januar 2022 gilt für neu abgeschlossene Entgeltumwandlungen und seit 2025 für alle bestehenden Verträge: Dein Arbeitgeber muss mindestens 15 % deines umgewandelten Entgelts als Zuschuss in die bAV einzahlen. Die Pflicht gilt nur, wenn er durch die Entgeltumwandlung tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge spart.
Kann ich einen höheren AG-Zuschuss als 15 % aushandeln?
Ja, und das lohnt sich. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig 20–50 %, manche 100 %. Du kannst im Rahmen des Gehaltsgesprächs argumentieren, dass ein höherer bAV-Zuschuss steuerlich günstiger ist als eine Gehaltserhöhung (keine SV-Beiträge). Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel ist ein guter bAV-Zuschuss ein Recruiting-Argument.
Was passiert mit dem AG-Zuschuss beim Jobwechsel?
Nach 3 Jahren Betriebszugehörigkeit und bei mindestens 25 Jahren Lebensalter (Unverfallbarkeit) gehört das gesamte bAV-Kapital – inkl. AG-Beiträge – dir. Bei einem Jobwechsel davor kann das Kapital aus AG-Zuschüssen verfallen. Eigene Beiträge sind immer sofort unverfallbar.
Gibt es Grenzen für den steuerfreien AG-Zuschuss?
Der steuerfreie Rahmen für bAV-Beiträge beträgt 2025 insgesamt 7.272 €/Jahr (8 % der Beitragsbemessungsgrenze West). Innerhalb dieser Grenze können AG-Zuschuss und AN-Beitrag zusammen fließen. Der AG-Zuschuss ist bis zu dieser Grenze steuer- und sozialabgabenfrei.