ETF-Sparplan – Ratgeber & Rechner
Ein ETF-Sparplan ist das einfachste und flexibelste Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau. Keine Bindung, keine Mindestlaufzeit – und Steuern erst beim Verkauf oder als jährliche Vorabpauschale.
Wie ein ETF-Sparplan funktioniert
Du richtest bei einem Broker (z. B. Trade Republic, Scalable Capital, comdirect) einen Dauerauftrag ein: jeden Monat, jedes Quartal oder in einem anderen Intervall kauft der Broker automatisch ETF-Anteile für den festgelegten Betrag. Durch den sogenannten Cost-Averaging-Effekt kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger – du musst den richtigen Einstiegszeitpunkt nicht erraten.
Steuerliche Behandlung: Vorabpauschale und Abgeltungssteuer
Ein ETF-Sparplan wird in Deutschland in drei Phasen steuerlich erfasst:
| Phase | Was passiert steuerlich? | Betrag |
|---|---|---|
| Einzahlung | Keine Förderung – Einzahlung aus versteuertem Einkommen | – |
| Jährlich (Vorabpauschale) | Steuer auf fiktiven Mindestertrag – nur über Sparerpauschbetrag | ≈ 0–0,5 % des Fondswerts |
| Verkauf | Abgeltungssteuer 26,375 % auf 70 % des Gewinns (nach VP-Abzug) | Effektiv ≈ 18,5 % auf Gewinn |
Der Sparerpauschbetrag: dein jährlicher Steuerfreibetrag
Kapitalerträge bis 1.000 € pro Jahr (Verheiratete: 2.000 €) sind steuerfrei – das gilt für Zinsen, Dividenden und die Vorabpauschale zusammen. Richte bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag in dieser Höhe ein, damit keine Steuer automatisch einbehalten wird.
Für kleinere Sparpläne bedeutet das: Bei einem ETF-Wert unter ca. 25.000–30.000 € (je nach Basiszins) ist die jährliche Vorabpauschale typischerweise vollständig durch den Sparerpauschbetrag gedeckt – du zahlst während der Ansparphase faktisch keine Steuern.
Welcher ETF eignet sich für einen Sparplan?
MSCI World
~1.400 Unternehmen, 23 Industrieländer
MSCI ACWI / FTSE All-World
~3.700 Unternehmen, inkl. Schwellenländer
MSCI World Small Cap
Ergänzung für kleinere Unternehmen
ETF-Sparplan vs. Altersvorsorgedepot (AVD)
Seit 2026 gibt es mit dem Altersvorsorgedepot (AVD) eine staatlich geförderte Alternative zum freien ETF-Sparplan. Die wichtigsten Unterschiede:
📈 ETF-Sparplan (frei)
- ✅ Keine Kapitalbindung – jederzeit verfügbar
- ✅ Kein Mindestbetrag, keine Maximalbeschränkung
- ✅ Volle ETF-Auswahl ohne Einschränkung
- ⚠️ Keine staatliche Förderung
- ⚠️ Vorabpauschale jährlich (über Freibetrag)
- ⚠️ Abgeltungssteuer 26,375 % bei Verkauf
🏦 Altersvorsorgedepot (AVD)
- ✅ Sonderausgabenabzug bis 3.000 €/Jahr
- ✅ Keine Vorabpauschale in der Ansparphase
- ✅ 80 % bei Auszahlung – Steuersatz oft unter 25 %
- ⚠️ Kapital bis 62 gebunden
- ⚠️ Max. 3.000 €/Jahr gefördert
- ⚠️ Nur bei GRV-relevanten Anbietern
Häufige Fragen
Was ist ein ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan ist ein automatisierter, regelmäßiger Kauf von ETF-Anteilen (z.B. monatlich). Du legst Betrag, Intervall und ETF fest – der Broker kauft automatisch. ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Marktindex wie den MSCI World abbilden. Sie sind kostengünstig (TER 0,05–0,3 % p.a.), breit gestreut und transparent.
Was ist die Vorabpauschale und was bedeutet sie für meinen ETF-Sparplan?
Die Vorabpauschale ist eine jährliche Steuer auf thesaurierende (nicht ausschüttende) ETFs. Sie berechnet sich aus dem Basiszins × 0,7 × Fondswert am Jahresanfang und soll sicherstellen, dass Gewinne nicht unbegrenzt steuerfrei wachsen. Solange die Vorabpauschale deinen Sparerpauschbetrag (1.000 €/Jahr, Verheiratete 2.000 €) nicht übersteigt, zahlst du faktisch keine Steuer. Bei kleinen Sparplänen bis ca. 25.000–30.000 € Kapital ist die Vorabpauschale typischerweise durch den Sparerpauschbetrag gedeckt.
Welcher ETF eignet sich für einen Sparplan?
Für einen langfristigen Sparplan eignet sich ein breit gestreuter Aktien-ETF: MSCI World (1.400 Unternehmen, 85 % der globalen Marktkapitalisierung) oder MSCI ACWI / FTSE All-World (inkl. Emerging Markets). TER 0,07–0,20 % p.a. Broker wie Trade Republic und Scalable Capital bieten diese ETFs kostenfrei im Sparplan an.
ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot – was ist besser?
Beides hat seine Berechtigung. Das Altersvorsorgedepot (AVD, ab 2026) bietet steuerliche Förderung durch den Sonderausgabenabzug (bis 3.000 €/Jahr) und keine Vorabpauschale – dafür ist das Kapital bis 62 gebunden. Der freie ETF-Sparplan ist flexibel und für Beträge über 3.000 €/Jahr oder Kapital, das du vor der Rente benötigen könntest, besser. Empfehlung: AVD bis 3.000 €/Jahr, darüber freier ETF-Sparplan.
Muss ich einen ETF-Sparplan in der Steuererklärung angeben?
In der Regel nicht – die Abgeltungssteuer und Vorabpauschale werden automatisch vom depotführenden Broker einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Du musst nur dann tätig werden, wenn du einen Freistellungsauftrag einrichten möchtest (bis 1.000 € Kapitalerträge jährlich steuerfrei), oder wenn du mehrere Depots hast und den Sparerpauschbetrag aufteilen möchtest.