3-Säulen-Modell der Altersvorsorge – alle drei kombinieren

Die gesetzliche Rente allein reicht nicht. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, braucht alle drei Säulen: staatliche, betriebliche und private Vorsorge. Wir erklären, was jede Säule bringt – und wie du sie optimal kombinierst.

Rentenlücke wächst: Das Rentenniveau sinkt strukturell von 48 % (2025) Richtung 43 % bis 2040. Wer heute 30–40 ist, muss mehr privat vorsorgen als heutige Rentner.
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Säule 1

Gesetzliche Rente (GRV)

Beitrag: 18,6 % des Bruttolohns (hälftig)
Deckung: ~48 % des letzten Lohns
Vorteile
  • ✅ Lebenslanges Einkommen
  • ✅ Inflationsanpassung
  • ✅ Erwerbsminderungsschutz
Nachteile
  • ⚠️ Sinkende Ersatzquote (Tendenz < 43 %)
  • ⚠️ Keine Kapitalbildung
  • ⚠️ Abhängig von Beitragsjahren
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Säule 2

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Beitrag: Entgeltumwandlung + AG-Zuschuss ≥ 15 %
Deckung: Je nach Beitrag und Laufzeit
Vorteile
  • ✅ Steuer- und SV-Ersparnis
  • ✅ AG-Zuschuss (oft 15–50 %)
  • ✅ Hebel auf Netto-Aufwand
Nachteile
  • ⚠️ KV/PV-Beitrag auf Auszahlung
  • ⚠️ Kapitalbindung bis 62
  • ⚠️ Produkt abhängig vom AG
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Säule 3

Private Altersvorsorge

Beitrag: Frei wählbar
Deckung: Flexibel und renditeabhängig
Vorteile
  • ✅ Volle Flexibilität (ETF)
  • ✅ Förderung durch AVD möglich
  • ✅ Hohe Rendite möglich
Nachteile
  • ⚠️ Kein AG-Zuschuss
  • ⚠️ Abgeltungssteuer bei ETFs
  • ⚠️ Eigene Disziplin erforderlich

Die optimale Kombination – in dieser Reihenfolge

  1. Gesetzliche Rente: Pflichtbeitrag zahlen, Beitragsjahre maximieren. Freiwillige Nachzahlungen (§ 197 SGB VI) können Lücken schließen – besonders attraktiv wenn du Teilzeit-/Elternzeitlücken hast.
  2. bAV mit AG-Zuschuss: Immer zuerst ausschöpfen, wenn dein Arbeitgeber über 15 % zahlt. Frage aktiv nach – viele Arbeitgeber zahlen 20–50 % freiwillig, besonders in angespannten Arbeitsmärkten.
  3. Altersvorsorgedepot (AVD): Ab 2026 bis 3.000 €/Jahr (250 €/Monat) steuerlich gefördert. Sonderausgabenabzug spart je nach Steuersatz 420–1.350 €/Jahr. Ideal für die "geförderte" private Vorsorge.
  4. Freier ETF-Sparplan: Für Beträge über 3.000 €/Jahr oder Kapital, das du vor 62 benötigst. Flexibel, kostengünstig, volle ETF-Auswahl.

Wie viel Rente brauche ich aus den Säulen 2 und 3?

Nutze die 4%-Entnahmeregel als Orientierung: Für 1 €/Monat Privatrente brauchst du 300 € Kapital. Eine monatliche Lücke von 800 € (nach gesetzlicher Rente) entspricht einem Kapitalbedarf von 240.000 €.

Berechne deine persönliche Lücke mit dem Rentenlücken-Rechner →

Häufige Fragen

Was ist das 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge?

Das 3-Säulen-Modell teilt die Altersvorsorge in drei Bereiche: 1. Gesetzliche Rente (GRV) – Pflichtbeitrag für Arbeitnehmer, Rentenversicherung. 2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) – über den Arbeitgeber mit steuerlichen Vorteilen. 3. Private Altersvorsorge – ETF-Sparplan, Altersvorsorgedepot, Riester, Rürup oder Immobilien. Ziel ist es, alle drei Säulen zu kombinieren, um Rentenlücken zu schließen.

Wie viel Rente bekommt man aus der gesetzlichen Rentenversicherung?

Das Rentenniveau lag 2025 bei ca. 48 % des Durchschnittslohns. Bei einem Bruttolohn von 3.000 €/Monat entspricht das einer gesetzlichen Rente von ca. 1.100–1.200 €/Monat nach 45 Beitragsjahren. Wer weniger verdient, weniger Beitragsjahre hat oder früher in Rente geht, erhält entsprechend weniger.

Kann ich auf die bAV verzichten und nur ETFs besparen?

Nur wenn dein Arbeitgeber keinen Zuschuss über 15 % zahlt und die bAV-Produkte schlechte Konditionen haben. Bei einem AG-Zuschuss von 20–50 % lohnt sich die bAV fast immer. Der Hebel (dein Netto-Aufwand vs. tatsächlicher Beitrag ins Kapital) kann 2,5x oder mehr betragen – das schlägt jeden ETF-Sparplan.

Wie viel Kapital brauche ich, um die Rentenlücke zu schließen?

Nach der 4%-Entnahmeregel brauchst du 300 € Kapital pro 1 €/Monat Privatrente. Für eine Lücke von 500 €/Monat = 150.000 € Kapital. Für 1.000 €/Monat = 300.000 €. Mit ETF-Sparplan und 7 % Rendite: 200 €/Monat über 30 Jahre ergibt ca. 227.000 € Endkapital.

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