Altersvorsorge-Strategie 2026 – bAV, AVD und ETF optimal kombinieren

Es gibt nicht das eine richtige Produkt für die Altersvorsorge – es kommt auf die richtige Kombination und Reihenfolge an. Wir zeigen, wie du bAV, Altersvorsorgedepot und ETF-Sparplan so kombinierst, dass du jeden Euro optimal nutzt.

Die optimale Reihenfolge – Schritt für Schritt

1
🏦

Notgroschen

Betrag: 3–6 Monatsgehälter · Produkt: Tagesgeld
✓ Schützt vor Panikverkäufen in Krisenzeiten
2
🏢

bAV mit AG-Zuschuss

Betrag: So viel, bis AG-Zuschuss ausgeschöpft · Produkt: Betriebliche Altersvorsorge
✓ AG-Zuschuss = sofortige Rendite (oft 15–50 %)
3
💶

Altersvorsorgedepot

Betrag: Bis 250 €/Monat (3.000 €/Jahr) · Produkt: AVD mit ETFs
✓ Sonderausgabenabzug spart bis 1.350 €/Jahr Steuern
4
📈

Freier ETF-Sparplan

Betrag: Alles Weitere · Produkt: ETF-Depot
✓ Flexibel, keine Bindung, volle ETF-Auswahl

bAV vs. AVD vs. ETF – direkter Vergleich

Merkmal bAV AVD ETF-Sparplan
Steuerliche Förderung Steuer- & SV-Ersparnis Sonderausgabenabzug Keine
AG-Zuschuss ≥ 15 % (oft mehr) Nein Nein
Kapitalbindung Bis Rente (62+) Bis 62 Keine
Jährliches Maximum 7.272 € steuerbefreit 3.000 € absetzbar Unbegrenzt
ETF-Auswahl Eingeschränkt Breit (GRV-Anbieter) Unbegrenzt
Steuer bei Auszahlung Volles Einkommen + KV 80 % × pers. Steuersatz 18,5 % auf Gewinn

Beispielrechnung: 300 €/Monat optimal einsetzen

1. bAV: 100 €/Monat AN-Beitrag
AG zahlt 15 % Zuschuss dazu = 115 € ins bAV
+15 € gratis
2. AVD: 150 €/Monat (1.800 €/Jahr)
Bei 35 % Steuersatz: 630 € Steuerersparnis/Jahr
−52 € netto
3. ETF-Sparplan: 50 €/Monat
Flexibles Kapital für Ziele vor 62
100 % flexibel

Netto-Aufwand: ca. 230 € statt 300 €, weil bAV-Steuerersparnis und AVD-Steuererstattung die tatsächlichen Kosten reduzieren. Ins Kapital fließen aber 115 + 150 + 50 = 315 €/Monat.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge sollte ich meine Altersvorsorge aufbauen?

1. Notgroschen (3–6 Monatsgehälter auf Tagesgeld). 2. bAV ausschöpfen, wenn AG-Zuschuss > 15 %. 3. Altersvorsorgedepot bis 250 €/Monat (3.000 €/Jahr Förderung). 4. Freier ETF-Sparplan für den Rest. Diese Reihenfolge maximiert Steuer- und Fördervorteile und schafft trotzdem Flexibilität.

Sollte ich bAV oder Altersvorsorgedepot (AVD) bevorzugen?

Beide ergänzen sich. bAV zuerst, wenn AG-Zuschuss > 15 %. Dann AVD bis zum Förderhöchstbetrag (250 €/Monat). Beide haben Kapitalbindung bis 62 – deshalb danach noch freier ETF-Sparplan für flexible Entnahmen vor der Rente. Die bAV hat den höheren Hebel (AG-Zuschuss), der AVD den flexibleren ETF-Zugang.

Wie viel sollte ich insgesamt für die Altersvorsorge sparen?

Als Faustregel: 15 % des Bruttoeinkommens. Bei 3.000 € Brutto wären das 450 €/Monat. Nutze den Rentenlücken-Rechner, um deine persönliche Zielgröße zu ermitteln. Wichtig: Die 15 % schließen bAV-Beiträge und AVD ein – nicht zusätzlich dazu.

Was ist mit Immobilien als Altersvorsorge?

Wohneigentum kann Altersvorsorge ergänzen – als mietfreies Wohnen im Alter. Aber: Klumpenrisiko (alles in einer Immobilie), Illiquidität, Instandhaltungskosten. Als alleinige Altersvorsorge ungeeignet. Vermietete Immobilien sind Unternehmen mit eigenem Aufwand. Empfehlung: ETF-Sparplan + Immobilie als Ergänzung, nicht als Ersatz.

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